Italien

Italien begruesst uns ganz wie wir Deutschen es nach dem Klischee gerne sehen wollen, mit Sonnenschein, einem Espresso an der Cafebar und einer herrlichen Altstadtkulisse wie zum Beispiel hier in Bari.

Leider hält der Glanz nicht ganz so lange und am uebrnächsten Tag, dem Tag der Weiterreise natürlich, just 5 Minuten nachdem zum dritten mal auf dieser Reise an Carolines Rad die Hinterradfelge gebrochen ist, und wir vor lauter Unglauben am Straßenrand die Schäden und Folgeprobleme erörtern, öffnen sich die Schleusen der Wolken. Juhu, Bella Italia. Auf im Regen 40 km zurück nach Bari, mit der Hoffnung als Stütze, dass die Felge uns noch bis zur nächsten Bahnstation bringen möge.

Voller Zuversicht kommen wir wieder nach Bari. Im Fahrradland Italien sollte so eine Felge schließlich kein Problem sein. Und tatsächlich finden wir im Netz gleich sechs Radlaeden in der Stadt. Trotzt Dauerregen schaffen wir es noch am Nachmittag diesen Tages vier davon abzuklappern. Leider ohne Erfolg.

Gut dass wir nicht wussten, dass dies erst der Anfang einer Odyssey war die schließlich um mindestens vier weiter Radläden und einige telefonische Konsultationen weiter, mit grossartiger Unterstützung der Einheimischen, in einem Radgeschäft in den Vororten Neapels endete.

Das wir dabei wie immer, wenn es um Ersatzteilbeschaffung ging noch kleinere Schwierigkeiten, wie von Erdrutschen blockierte Bahngleise und Ersatzbusse überwinden mussten, sei nur am Rande erwähnt. Wichtiger waren die schönen Erlebnisse, die sich daraus ergaben, italienisches Familienleben, Weinproben Erkundungstouren der Umgebung mit Rad bzw. Leihrad, und herrliche Landschaften.

Schliesslich landeten wir aber doch auf unseren eigenen Räder wieder in den Vororten Neapels, um von der Strasse weg von einem Eisdielenbesitzer zum wohl grössten Eis meines Lebens eingeladen zu werden.

Also doch Bella Italia. Und nachdem sich die guten Erfahrungen mit der einheimischen Bevölkerung, sowohl in Neapel als auch in der wunderschönen Bergwelt Sardiniens fortsetzten, verkrafteten wir sogar den wiederaufkeimenden Regen der einem deutschen Frühjahrsniederschlag, sowohl in Qualität als auch Dauer durchaus die Stirn geboten hätte. Kurzum, Italien im Sommer und nur mit dem Rennrad, denn dafür gibt’s überall Ersatzteile und bei Sonnenschein kann man noch mehr Eis essen.